Der Frankenweg zählt zu den bekanntesten Fernwanderwegen Süddeutschlands und verbindet auf rund 520 Kilometern eindrucksvoll Natur, Kultur und Geschichte Frankens. Unter dem Motto „Vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb“ führt die Route von Nord nach Süd quer durch abwechslungsreiche Landschaften. Eröffnet wurde der Weg am 11. September 2004 und setzte direkt Maßstäbe: Als erster Fernwanderweg Deutschlands erhielt er die Auszeichnung „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“.
Strecke und Highlights
Der Frankenweg startet im Norden bei Untereichenstein in der Nähe des Rennsteig und endet im Süden bei der Harburg am Rand der Schwäbischen Alb. Auf seinem Weg durchquert er mehrere der schönsten Ferienregionen Bayerns, darunter den Frankenwald, die Fränkische Schweiz, das Nürnberger Land sowie den Naturpark Altmühltal.
Die Landschaft wechselt dabei ständig: dichte Wälder, sanfte Hügel des Jura, markante Felsformationen und geheimnisvolle Höhlen sorgen für eine hohe Erlebnisvielfalt. Auch kulturell hat der Weg einiges zu bieten. Zu den bedeutenden Stationen zählen die Basilika Vierzehnheiligen, die Festung Rosenberg, die Plassenburg sowie die Wülzburg.
Etappen und Anforderungen
Der Frankenweg ist in insgesamt 24 Etappen gegliedert, kann aber flexibel in kürzeren Abschnitten erwandert werden. Mit rund 520 Kilometern Gesamtlänge richtet sich die Strecke vor allem an ambitionierte Wanderer. Die Wege sind gut ausgebaut und hervorragend markiert, dennoch sorgen teils deutliche Höhenunterschiede für einen gewissen Anspruch.
Etappe von Scheßlitz nach Muggendorf (43,5 km)

Scheßlitz ist ein fachwerkreiches, altes fränkisches Landstädtchen am westlichen Albrand. Ertmals wurde es 805 erwähnt. Ab 1057 im Besitz der Andechs-Meranier, 1248 an die Truhadinger Grafen, nach Verpfändung 1390 an Bamberg und 1852 an Bayern. Die Stadt zeugt heute noch von vielen barocken Stein- und Fachwerkhäusern von der Bamberger Förderung. Sehenswert ist auch das Zunfthaus der Brauer und Büttner von 1692, das ehemalige Schloss um 1760 und der Langheimer Hof um 1732. Die Wegstrecke von Scheßlitz bis Giechburg / Gügel beträgt 4 km.
Die Giechburg ist eine teilweise renovierte, mittelalterliche Burganlage mit reicher geschichte auf einem Felskegel gelgen. Erstmals erwähnt in einer Urkunde von 1125. Wiederholt Zankapfel zwischen verschiedenen territorialen Interessen. Nach der Säkularisation dem Verfall preisgegeben. Vom Landkreis Bamberg reviatalisiert und seit 1974 wieder eröffnet.Herrlicher Ausblick auf die wiete Tallandschaft des oberen Mains und auf die Stat Scheßlitz,
Gügel ist eine freistehende, auf einer Felskappe, Wallfahrtskirche. Die Kapelle wurde erstmalls 1384 erwähnt. Zwischen 1610 und 1618 wurde diese Kirche weitestgehend im nachgotischen Stil mit vielen Merkwürdigkeiten neu gebaut. Obwohl sie dem hl. Pankrazius geweiht ist, ist sie ein Marienheiligtum. Die Wegstrecke von Giechburg / Gügel bis Heroldsmühle beträgt 12,5 km.
Die Heroldsmühle ist eine traditionsreiche Mühle in der Nähe der Leinleiterquelle mit einem eindrucksvollen Mühlenrad. von 1825, mit einer Höhe von 7,25 m. Sie liegt am südlcihen Ende des geologisch interessanten, unter Naturschutz stehenden Trockentales mit einer seltenen Pflanzenwelt. Außerdem befindet sich hier ein beliebter Wandertreffpunkt. Die Wegstrecke von Heroldsmühle bis Heiligenstadt i. OFr. beträgt 7,5 km
Heiligenstadt i. OFr. liegt im Zentrum des Leinleitertals mit einem idyllischen Marktplatz und Fachwerkhäusern, als Mittelpunkt des geselligen Ortslebens. In der ganzen Fränkischen Schweiz ist der mit bemalten Eierschalen geschmückte Osterbrunnen. Stilistisch interessant ist die Pfarrkirche St- Veit und Michael. Die gesamte Innenausstattung inklusive der Decke, ist ein schönes Beispiel für die ländliche Kunstfreude im Barock. Die Wegstrecke von Heiligenstadt i. OFr. bis Veilbronn beträgt 3,5 km
Veilbronn ist ein Fremdenverkehrsort am Rande des naturschutzgebiets leidungshofer Tal. Eingebettet zwischen markenten Felsen und Ausgangspunkt für romantische Wanderungen. Vom hohen Felssporn herab grüßt das naturfreundehaus. Die Wegstrecke von Veilbronn bis Streitberg beträgt 10,5 km
Durch das Leidingshofer Tal führt der Wanderweg zwischen bizarre Felspartien hindurch, vorbei an einem voll funktionsfähigen Widder, einem technischen Denkmal. Die gebrüder montgoffier entwickelten im 19. Jahrhundert diese Pumpenkonstruktion, die ohne Fremdenergie das Wasser auf die Hochfläche pumpte und damit die Wasserversorgung des Ortes Leidingshof bis Anfang des 20. Jahrhunderts sicherte.

Streitberg ist ein Luftkurort mit geschichtlichen und geologischen Kostbarkeiten. Die burgruinen Streitberg und Neideck lassem die verwicklungen der jeweiligen Herren in die kriegerischen Handel um die wichtige Geleitstraße Nürnberg – Bayreuth noch erahnen. Geologisch interessant ist der Besuch der nahegelegenden Binghöhle, der wedenbachklamm und der Muschelquelle. Die Wegstrecke von Streitberg bis Muggendorf beträgt 6,5 km

Muggendorf ist der älteste Kurort der Fränkischen Schweiz und beliebtes Reiseziel mit der Romantik. Zahlreiche Höhlen und Aussichtspunkte machen das ehemalige Muggendorfer Gebürg zu einem Wanderparadies.
Infrastruktur und Erlebnis
Entlang der Route finden Wanderer eine solide Infrastruktur mit zahlreichen Unterkünften und Einkehrmöglichkeiten. Typisch fränkische Gastfreundschaft und regionale Küche machen die Tour zusätzlich attraktiv.
Insgesamt vereint der Frankenweg intensive Naturerlebnisse mit historischen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Highlights. Immer wieder eröffnen sich beeindruckende Ausblicke, etwa über das Maintal oder die charakteristischen Jurahochflächen – ein Fernwanderweg, der sowohl landschaftlich als auch kulturell viel zu bieten hat.
